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Schöpfungsgeschichte zum Jubiläum ‚Sinfonietta Puchheim’ glänzt mit Haydn Orchester wurde eigens zur Feier des 75-jährigen Bestehens
zusammengestellt Puchheim: Wenn eine Pfarrkirche ihr 75-jähriges Bestehen feiert, ist
das – verglichen mit anderen Kirchenbauten – kein besonders hohes
Alter. Geprägt wird das Leben um eine Pfarrkirche jedoch von den
Menschen, die sich dort zu einer bestimmten Zeit engagieren. Im Rahmen der
Festveranstaltungen zum Jubiläum der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in
Puchheim Ort bildete ein Konzert in der voll besetzten Kirche am Samstag,
auf dessen Programm die beiden ersten Teile von Joseph Haydns Oratorium
„Die Schöpfung“ standen, einen besonderen Höhepunkt. Die Pflege ökumenischer Kontakte, die in Puchheim seit vielen Jahren
sehr intensiv gelebt werden, wurde mit dem Engagement des
Chores der evangelischen Erlöserkirche in München unter
Leitung der überzeugend dirigierenden Dekanatskantorin Candida
Kirchhoff erneut unter Beweis gestellt. Beachtlich qualitätsvoll war das eigens für diesen Anlass
zusammengestellte Orchester unter dem klangvollen Namen „Sinfonietta
Puchheim“, um das sich die Puchheimer Musikerfamilie Overbeck bemüht
hatte, und das vielfaches Engagement für die Musik wie für die Pfarrei
gleichermaßen zeigte. Als Solisten wirkten Sabine Zimmermann (Sopran als
Gabriel), Rudi Schmitz (Tenor als Uriel) und Dirk Driesang (Bass als
Raphael) mit. Die einleitende „Vorstellung des Chaos“ bot in stimmigem Tempo auch
den verschiedenen Instrumenten die Möglichkeit, sich zu Wort zu melden.
Zum gelungenen Effekt in Chor und Orchester wurde dabei das als Überraschung
im Forte komponierte Wort „Licht“, dessen Lautstärke fast den
Kirchenraum sprengte. Eine mächtige, profunde Bassstimme mit klangvoller Tiefe besitzt Dirk
Driesang. Rhythmisch präzise meisterte er die Rezitative, wenngleich
seine Textdeklamation etwas unter einer nasalen Lautung litt. Der Tenor
Rudi Schmitz kam besonders gut mit den volksliedhaften Passagen zu Recht,
zum Beispiel in „Nun schwanden vor dem heiligen Strahle“. Sabine
Zimmermann verfügt über eine sehr ausgeglichene Sopranstimme, die,
leicht ansprechend und im Raum schwingend, die große Arie „Nun beut die
Flur“ tonlich veredelte. Glanzpunkte für Chor, Orchester und Solisten waren die Finalchöre zu
beiden Oratoriumsteilen, in denen nicht nur das Solistenterzett aus
gleichem Duktus heraus atmete, sondern in denen auch der Chor durch sein
eindrucksvolles Durchhaltevermögen die Spannung bis zum letzten Ton
hielt. Homogenität im Klang stellte sich jedoch nicht nur in den
homophonen Chorpassagen, sondern auch in fugierten Abschnitten (zum
Beispiel „Denn erhat Himmel und Erde“) ein. KLAUS MOHR
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