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Max Reger Nacht Lob Gottes Die Jahre 1905-1907, die Max Reger mit seiner Frau Elsa in Schwabing verbrachte, waren sicher die glücklichsten in seinem Leben. Für die benachbarte Erlöserkirche hat Reger in seiner Münchner Zeit zwei Benefizkonzerte gegeben. Nach Regers Tod schenkte seine Witwe der Gemeinde an der heutigen Münchner Freiheit eine Max-Reger-Glocke und einen Taufstein. Grund genug also, die Erlöserkirche als Veranstaltungsort für eine Max-Reger-Nacht zu wählen, die künftig zur Tradition werden soll. Der mehr als fünfstündige Marathon der ersten Nacht gliederte sich nach einem Einführungsvortrag in drei Abschnitte, die jeweils Orgelmusik, Chorwerke, Kammermusik und „Gesänge“ für Solostimme und Orgel kombinierten. Gerhard Weinberger entdeckte gleich anfangs mit Regers letzter Orgelkomposition, der Richard Strauss gewidmeten Phantasie und Fuge d-moll op. 135b, den Dramatiker, der sich wenig um Vorschriften kümmert. Statt chromatischer Patina verströmt Weinberger helle Farben. In den Choralkantaten für Violine, Viola, Orgel und gemischten Chor wie auch in der a-capella-Motette „O Tod, wie bitter bist du“ machte der Chor der Erlöserkirche unter Candida Kirchhoff gute Figur. Eine gewisse Distanz zu Regers wilhelminischem, oft ins Süßliche und Chauvinistische abgleitenden Christentum bleibt freilich erhalten. Die Frage, ob Reger seine Überproduktion an unkritischem Gotteslob nicht selbst manchmal zumindest eitel vorkam, ist angesichts eines solch umfangreichen Reger-Solo-Programms kaum zu vermeiden. Erholsam wirken dem gegenüber die Kammermusikwerke. Das Auboré-Quartett durchmisst das Es-Dur-Werk op. 109 mit Sicherheit und Gleichmut, ohne viel auf die geforderten extremen Zuspitzungen von Kontrasten und Dynamik zu geben. Tilmann Stiehler erweckt mit der d-moll-Solosuite für Cello dagegen wirkliche Begeisterung im Saal. Auch Stiehlers Spiel ist technisch nicht ganz perfekt, aber es setzt auf Risiko und identifiziert sich mit der spröden Sache: einer Ballettsuite für einen Streichersolisten. ANTON SERGL
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