Inbrünstiges Lob Gottes

Hommage an Heinz-Werner Zimmermann in der Bonner Kreuzkirche

Von Mathias Nofze

Bonn. Die Reihe der Sänger wollte kein Ende nehmen. Doch schließlich hatten sich die Kantorei der Kreuzkirche und der Chor der Erlöserkirche in München-Schwabing auf dem Podium der Kreuzkirche zu einem gewaltigen Chor vereint.

Der Komponist Heinz-Werner Zimmermann durfte sich geehrt fühlen, war diese Sängerschar doch zusammengekommen, um aus Anlass seines 75. Geburtstags dessen "150 Psalm" aufzuführen. Der 150. Psalm ist ein inbrünstiges Lob Gottes, und Zimmermann gestaltet das mit orchestraler Opulenz.

Eine eindringliche Wirkung erzielt er durch die Verwendung eines Koloratursoprans, der die Klangmassen mit "Hallelujah-Rufen" überkrönt. Sigrún Palmadottír absolvierte diese Höhenflüge mit Mühelosigkeit. Kantorin Karin Freist-Wissing motivierte das Orchester der Kreuzkirche zu klarem, pastosen und konturierten Spiel.

Diesem Phänomen trug Karin Freist-Wissing auf geradezu sensationelle Weise Rechnung. Indem sie sich dem Werk vollkommen unprätentiös nähert, gewinnt sie Farbenpracht und Ausdruckstiefe von unerhörter Dichte, von einer Lebendigkeit, wie sie selten nur erfahrbar ist. Dabei folgt sie der Dramaturgie Verdis bis in kleinste Details, ohne die übergeordneten Spannungsbögen verlieren.

Als hervorragend disponiert erwiesen sich Chor und Orchester auch im Psalm 42 von Mendelssohn (Solistin: Ingrid Schmithüsen) und im "Te Deum" von Bruckner. In den Solopartien waren neben Sigrún Palmadottír die Altistin Schirin Partowi, der Tenor Christoph Scheeben und der Bass Raimund Fischer zu hören.

 

 

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